Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Nussknacker

Nein, nicht der von Tschaikowsky ;)
Ich meine wirklich den ganz gewöhnlichen Nussknacker, so zum Nüsse knacken.

Besitzt Du einen Nussknacker?
Ich nämlich nicht. Und damit stand ich so um Weihnachten vor einem kleinen Problem.
In meiner Ökokiste kam nämlich jede Woche in der Vorweihnachtszeit ein kleines Päckchen Nüsse zu mir nach Hause. Die Erdnüsse waren natürlich kein Problem. Bei den Walnüssen wurde es ohne Nussknacker dann schon mühsamer. Und bei den Haselnüssen war ich dann doch erstmal ratlos. (Hammer?!?)

Nachdem ich die Nusspäckchen erstmal eine Weile hin und her verschoben hatte, zog ich dann doch los auf der Suche nach einem Nussknacker. Und fand eine idiotisch große Auswahl an verschiedenen Modellen. Und konnte mich einfach nicht entscheiden. Das kling jetzt alles furchtbar dumm und banal und vielleicht hab ich auch wirklich eine Macke.
Aber ich wusste einfach nicht, nach welchen Kriterien ich dieses Werkzeug aus so vielen Optionen aussuchen sollte. Und nachdem ich es in Läden eh schon schwer aushalte, war die Aussicht vielleicht nach einem unbefriedigenden Praxistest wieder hin laufen zu müssen, umtauschen zu müssen (und dann fragen die immer so blöd warum und meine Begründung scheint nie gut genug zu sein), und wieder von vorne anzufangen, total bäh. Klassischer Fall von overthinking vielleicht. Oder doch nicht?

Jedenfalls habe ich nie einen gekauft. Und dann kam das neue Jahr mit meinen Vorsätzen.
Mist, dachte ich, das sind ja noch die Nüsse und ich brauch jetzt einfach wirklich einen Nussknacker und dann muss ich auf dem Blog den Walk-of-Shame gehen und zugeben, dass ich doch was gekauft habe ... (ja, ich nehme das schon ernst, was ich hier verspreche!)

Die Lösung lag dann wieder so nah, dass ich mich frage, warum ich oft so blind durch die Welt laufe und folglich kaufe. Die Lösung lag nämlich nur ein paar Treppenstufen abwärts, in der Schublade meiner lieben Nachbarin. Die hat mir einfach ihren geliehen. 

Neudeutsch nennt man das wohl sharing. Aber das muss gar keine so hochtrabende Sache sein. Du musst keiner Community beitreten oder irgendwelche Beiträge zahlen.
Frag einfach Deine Nachbarn, Freunde oder Familie. Meistens bekommst Du noch ein kleines nettes Schwätzchen obendrauf, als Sahnehäubchen. 

Ist das nicht ein bisschen wie ausnutzen, wenn ich mir leihe, was der andere sich immerhin gekauft hat?, fragst Du jetzt vielleicht.

Ja, es ist Ausnutzen. Aber nicht den anderen nutze ich aus, sondern die freien Kapazitäten. Denn mal ehrlich, liegt so ein Nussknacker nicht mehr Tage in der Schublade, als dass er Nüsse knackt? Und davon hat meine Nachbarin nichts gewonnen, genau wie sie nichts verloren hat, wenn sie mir den Nussknacker einmal im Jahr ausleiht. Das Ganze lässt sich auch ganz prima auf eine Menge anderen Kram ausdehnen. Probier es aus! Und sei dabei offen dafür, auch mal am anderen Ende zu stehen.

Leihst Du dir auch Dinge, die Du nicht täglich brauchst?
Für was hast Du schon mal bei Nachbarn geklingelt?
Und wie viele Gebrauchsgegenstände liegen die meiste Zeit ungebraucht in Deinen Schubladen?



XO

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