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Montag, 19. Januar 2015

Minimalismus im Putzeimer

Gut, den Putzteufel habe ich also in die Schranken gewiesen.
Sauber machen muss ich aber natürlich trotzdem.

Konventionelle Reinigungsmittel find ich ziemlich bäh.
Ökologische Reiniger sind oft sehr teuer, genauso verpackungsintensiv und bei den Inhaltsstoffen bin ich mir auch nicht zweifelsfrei sicher, ob die wirklich so viel verträglicher für mich als Verbraucher und für unseren Planeten sind.

Und muss das alles überhaupt sein?

Nein, muss es nicht. Es geht auch anders:

Essig:  verdünnt mit Wasser eignet sich Essig hervorragend als Reiniger für alle möglichen Einsatzgebiete. Essig wirkt kalklösend und antibakteriell. Kombiniert mit einem Mikrofasertuch putze ich damit das Bad so ziemlich von oben bis unten. Hartnäckige Kalkrückstände bearbeite ich manchmal auch mit purem Essig. Auch in der Toilettenschüssel lösen ein paar Schuss Essig nach ein paar Minuten Einwirkzeit jegliche Ablagerung. Spiegel und Fenster putze ich mit Essigwasser und einem geerbten Fensterleder*. Auch Flächen in der Küche und Fliesenböden werden mit Essigwasser blitzeblank.

Ich benutze hier Bio-Apfelessig in der Glasflasche. Der ist immer noch günstiger als eine Flasche Putzmittel und Salat anmachen kann ich damit auch. Essig hat natürlich einen intensiven Duft, aber im Vergleich zum beißenden Gestank konventioneller Putzmittel, ist der Geruch immer noch eine Wohltat. Und er verfliegt schnell wieder. Wenn Du das ausprobieren möchtest, Du mit dem Geruch aber gar nicht klar kommst, kannst Du dem Putzwasser ein paar Tropfen ätherisches Öl, wie zum Beispiel Lavendel, zugeben.

*eine vegane Alternative wäre auch hier ein sehr feines Microfasertuch. Im Zweifelsfall Fenster mit Zeitungspapier nachwischen, damit keine Streifen bleiben. (Beim Fensterleder ist das überflüssig)

Zitrone: Zitronensäure wirkt auch kalklösend und antibakteriell. Ich schneide etwa ein Drittel (Endstück) ab und reibe damit die Düsen der Duschbrause und das (Edelstahl-)Spülbecken damit ab. Wirkt Wunder!

Natron: gibt es auch in jedem Supermarkt (bei den Backzutaten, in einem Papiertütchen!) und ist das Wundermittel schlechthin für alle möglichen Einsatzgebiete. Als Putzmittel verwende ich es wie ein Scheuerpulver zum Beispiel bei Seifenrückständen im Waschbecken oder in der Toilettenschüssel. In einem kleinen Gefäß im Kühlschrank neutralisiert es auch eventuelle Gerüche. Und natürlich zum Backen.

(Für Laminat verwende ich momentan noch Reste eines Spezialreinigers. Ist der aufgebraucht, werde ich auch hier Alternativen testen. Vielleicht auch einfach nur Wasser?)

Und das ist auch schon alles.
Drei einfache, absolut ungiftige "Zutaten", mehr braucht es nicht.

Hast Du schon eines dieser Hausmittel ausprobiert?
Oder kennst Du noch andere?



XO

Freitag, 9. Januar 2015

Kistenweise Glück

Bei mir ist jetzt jeder Donnerstag ein bisschen wie Weihnachten.
Ich komme nach Hause und vor meiner Wohnungstür steht eine freudig erwartete Überraschung:

Die "Ökokiste".

Mein Obst und Gemüse mag ich gern regional, unverpackt und am liebsten in Bioqualität. Diese Wünsche waren aber nicht immer leicht miteinander vereinbar: Regionales kommt leider oft im Plastikkleid, selbst Saisonales dann doch von ganz weit her und auch im Bioladen habe ich ersteres und letzteres zu oft angetroffen. Wenn doch mal alle Kriterien gleichzeitig erfüllt werden konnten, war es um die Frische so schlecht bestellt, ich hätte Schuhsohle kauen können und mehr Vitamine (und Geschmack?) abbekommen.
Bei jedem Einkauf habe ich mehr Kompromisse gemacht, als gute Vorsätze eingehalten.

Dank der Ökokiste muss ich an dem Ende kaum noch Kompromisse eingehen - 
die Produkte sind vorzugsweise regional, auf Wunsch aber auch ausschließlich, sie kommen unverpackt bis auf Ausnahmen (empfindliches und kleinteiliges in Papiertüten, Feldsalat in Plastiktüte) sind immer bio und frischer geht es kaum.
Und der dicke, unverhoffte Bonus: ich gehe kaum noch im Laden einkaufen, muss keine schweren Taschen mehr heimtragen. 

Ist die Ökokiste nicht sehr teuer?, wirst Du jetzt vermutlich denken.

Im Gegensatz zum Discounter sind die Preise natürlich erstmal deutlich höher.
Ich habe vorher aber schon überwiegend Bioprodukte eingekauft und gebe durch die Ökokiste nicht mehr Geld aus, eher sogar ein bisschen weniger.
Und doch essen wir jetzt besser und abwechslungsreicher, lernen immer wieder Sorten kennen, die ich im Laden nicht ausgesucht hätte oder die es so gar nicht zu kaufen gibt. 
Unser Plastikmüll hat sich um die Hälfte reduziert und es passiert kaum noch, dass etwas verdirbt und in der Tonne landet, weil ich verlockt vom Angebot im Laden, mehr gekauft habe, als wir eigentlich brauchen. Lästige Einkaufstouren entfallen sowieso.

Den regionalen Anbieter der Ökokiste habe ich ganz einfach über die Google-Suche gefunden. Menge, Zusammenstellung und Lieferzyklus kann ich selbst einfach online festlegen oder ändern. Und neben Obst und Gemüse gibt es noch viele weitere Produkte im Sortiment.

Ich möchte meine Ökokiste nicht mehr missen!

Nutzt Du vielleicht auch schon das Angebot der Ökokiste?
Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht?



XO

Dienstag, 6. Januar 2015

Weniger Müll

Aloha, schön, dass Du bis zum letzten Teil meines längsten-Prologs-der-Bloggeschichte durchgehalten hast. Bestimmt hast Du auch schon erkannt, wie eng alle meine Vorsätze miteinander verflochten sind. Jetzt also Müll.

Müllvermeidung beschäftigt mich schon seit meiner Kindheit. Wer wie ich in den 80ern Kind war, erinnert sich sicher noch an die Umwelterziehungsbemühungen in Kindergarten und Grundschule. Plastiktüten waren damals schon total verpönt, mehrfach umpackte Snacks und Süßigkeiten der Teufel und wehe, wehe Du nanntest lackierte Bunt- und Bleistifte, oder gar Filzstifte dein eigen! Ich erinnere mich auch an regelrechte Mülltrennungsorgien.

Unlackierte Stifte, tiefbraunes Recyclingpapier und Bonbons in der Metalldose waren der heiße shit und wenn Du dann noch einen von diesen patronenlosen, auffüllbaren Füllern mit Tintenfass hattest! Verdienstorden!!!

Wir trugen Baumwolle und viel Second-Hand. Wir kauften nur Pfandflaschen. Aus Glas!!! Eis niemals am Stiel oder im Becher, immer in der Waffel in der lokalen Eisdiele! An der Käsetheke hatten wir die Tupperdose stets parat. Wir fuhren Fahrrad. Im Regen mit diesen ganz grauenhaften Regencapes (Zelten!) in Neonfarben. Und Geschenke verpackten wir schon mal in bemaltes Zeitungspapier. Ohne Bändchen und Schleife! Unsere Mütter strickten uns diese unmöglichen Motiv-Pullover und kratzige Mützen, nähten uns quietschrosa Rüschenkleider. Und die mussten wir tragen, bis sie nicht mehr über den Kopf passten, nicht mehr zugingen. Müllberge und saurer Regen, Atomstrom, nein danke und rettet die Wale, und so.

Aber, ich schweife ab... Mag sein, dass ich auch ein bisschen romantisch verkläre.
Doch eins weiß ich ganz genau - Müll und seine Vermeidung waren damals schon ein großes Thema.

Mir ist es heute noch wichtig, oder richtig: wichtiger denn je.
Aber es scheint mir auch schwieriger denn je zu sein, müllarme Alternativen zu finden. Müllfrei - das ist ein fernes Ideal, dass ich wahrscheinlich nicht erreichen werde.

Aber weniger Müll, das kann ich auf jeden Fall.

Und Du?



XO