Nein, nicht der von Tschaikowsky ;)
Ich meine wirklich den ganz gewöhnlichen Nussknacker, so zum Nüsse knacken.
Besitzt Du einen Nussknacker?
Ich nämlich nicht. Und damit stand ich so um Weihnachten vor einem kleinen Problem.
In meiner Ökokiste kam nämlich jede Woche in der Vorweihnachtszeit ein kleines Päckchen Nüsse zu mir nach Hause. Die Erdnüsse waren natürlich kein Problem. Bei den Walnüssen wurde es ohne Nussknacker dann schon mühsamer. Und bei den Haselnüssen war ich dann doch erstmal ratlos. (Hammer?!?)
Nachdem ich die Nusspäckchen erstmal eine Weile hin und her verschoben hatte, zog ich dann doch los auf der Suche nach einem Nussknacker. Und fand eine idiotisch große Auswahl an verschiedenen Modellen. Und konnte mich einfach nicht entscheiden. Das kling jetzt alles furchtbar dumm und banal und vielleicht hab ich auch wirklich eine Macke.
Aber ich wusste einfach nicht, nach welchen Kriterien ich dieses Werkzeug aus so vielen Optionen aussuchen sollte. Und nachdem ich es in Läden eh schon schwer aushalte, war die Aussicht vielleicht nach einem unbefriedigenden Praxistest wieder hin laufen zu müssen, umtauschen zu müssen (und dann fragen die immer so blöd warum und meine Begründung scheint nie gut genug zu sein), und wieder von vorne anzufangen, total bäh. Klassischer Fall von overthinking vielleicht. Oder doch nicht?
Jedenfalls habe ich nie einen gekauft. Und dann kam das neue Jahr mit meinen Vorsätzen.
Mist, dachte ich, das sind ja noch die Nüsse und ich brauch jetzt einfach wirklich einen Nussknacker und dann muss ich auf dem Blog den Walk-of-Shame gehen und zugeben, dass ich doch was gekauft habe ... (ja, ich nehme das schon ernst, was ich hier verspreche!)
Die Lösung lag dann wieder so nah, dass ich mich frage, warum ich oft so blind durch die Welt laufe und folglich kaufe. Die Lösung lag nämlich nur ein paar Treppenstufen abwärts, in der Schublade meiner lieben Nachbarin. Die hat mir einfach ihren geliehen.
Neudeutsch nennt man das wohl sharing. Aber das muss gar keine so hochtrabende Sache sein. Du musst keiner Community beitreten oder irgendwelche Beiträge zahlen.
Frag einfach Deine Nachbarn, Freunde oder Familie. Meistens bekommst Du noch ein kleines nettes Schwätzchen obendrauf, als Sahnehäubchen.
Ist das nicht ein bisschen wie ausnutzen, wenn ich mir leihe, was der andere sich immerhin gekauft hat?, fragst Du jetzt vielleicht.
Ja, es ist Ausnutzen. Aber nicht den anderen nutze ich aus, sondern die freien Kapazitäten. Denn mal ehrlich, liegt so ein Nussknacker nicht mehr Tage in der Schublade, als dass er Nüsse knackt? Und davon hat meine Nachbarin nichts gewonnen, genau wie sie nichts verloren hat, wenn sie mir den Nussknacker einmal im Jahr ausleiht. Das Ganze lässt sich auch ganz prima auf eine Menge anderen Kram ausdehnen. Probier es aus! Und sei dabei offen dafür, auch mal am anderen Ende zu stehen.
Leihst Du dir auch Dinge, die Du nicht täglich brauchst?
Für was hast Du schon mal bei Nachbarn geklingelt?
Und wie viele Gebrauchsgegenstände liegen die meiste Zeit ungebraucht in Deinen Schubladen?
XO
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Mittwoch, 14. Januar 2015
Montag, 12. Januar 2015
Bücherberge
Hummelchen und ich sind ziemliche Booknerds, richtige Jäger und Sammler.
Ob aus Charity-Shops, Second-Hand-Läden, vom Flohmarkt oder druckfrisch - wir haben über die Jahre Berge von Büchern angehäuft. Gerade bei Büchern stoße ich an die Grenzen meiner minimalistischen Ideale, aber nichts desto trotz, die Berge müssen mindestens massiv kleiner werden.
Im ersten Schritt habe ich wie hier beschrieben, meinen Stauraum reduziert und begrenzt.
Ich besitze jetzt nur noch ein kleines Bücherregal, statt zwei hoher Bücherschränke.
Um meinen Bücherbestand auf dieses festgelegte Maß zu reduzieren, habe ich mir zu jedem einzelnen Band drei simple Fragen gestellt:
Habe ich es schon gelesen?
Wenn nicht, werde ich es realistisch betrachtet noch lesen?
Wenn doch, werde ich es realistisch betrachtet noch einmal lesen?
Theoretisch total easy, aber praktisch?
Stolpersteine waren für mich:
Ob aus Charity-Shops, Second-Hand-Läden, vom Flohmarkt oder druckfrisch - wir haben über die Jahre Berge von Büchern angehäuft. Gerade bei Büchern stoße ich an die Grenzen meiner minimalistischen Ideale, aber nichts desto trotz, die Berge müssen mindestens massiv kleiner werden.
Im ersten Schritt habe ich wie hier beschrieben, meinen Stauraum reduziert und begrenzt.
Ich besitze jetzt nur noch ein kleines Bücherregal, statt zwei hoher Bücherschränke.
Um meinen Bücherbestand auf dieses festgelegte Maß zu reduzieren, habe ich mir zu jedem einzelnen Band drei simple Fragen gestellt:
Habe ich es schon gelesen?
Wenn nicht, werde ich es realistisch betrachtet noch lesen?
Wenn doch, werde ich es realistisch betrachtet noch einmal lesen?
Theoretisch total easy, aber praktisch?
Stolpersteine waren für mich:
- geschenkte Bücher - sollte ich die nicht wenigstens einmal lesen? Aus Respekt vor dem Schenker?
- Buchreihen/Sammelboxen - sollten nicht alle Exemplare der Reihe/Box zusammen bleiben? Soll ich sie dann komplett weggeben, oder komplett behalten?
- Vintage Bücher - diese Ausgaben bekommt man heute nicht mehr! Das Cover/die Illustrationen sind so schön!So schön altmodisch!
- Craftbooks (sorry, aber da fällt mir beim besten Willen kein deutsches Wort für ein) - die Fotos sind so toll und inspirierend, aber gemacht habe ich davon noch nichts!?
- meine alten Kinderbücher - ähnlich wie Vintage Bücher, gibt es sie so nicht mehr und Hallo?!? Sentimentalen Wert und so!
Die geschenkten Bücher, die ich noch nicht gelesen hatte, habe ich alle aussortiert. Leider hat mich keines der Bücher so richtig interessiert. An ihnen festzuhalten hätte mich nur unter Druck gesetzt, sie lesen zu müssen, dabei habe ich für die Bücher, die mich richtig interessieren schon so wenig Zeit! Und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Schenker sich bei der Auswahl wirklich auch so viele Gedanken gemacht haben ... also Schluss mit schlechtem Gewissen wegen vermeintlicher Undankbarkeit. Das ist alles Quatsch!
Buchreihen/Sammelboxen habe ich einige tatsächlich komplett weggegeben, wenn ich zum Beispiel nur einen Band von dreien realistisch gesehen noch einmal gelesen hätte. Im Falle ich hätte wirklich irgendwann das Bedürfnis, könnte ich den einzelnen Band leicht wieder beschaffen. Die Zeichen stehen aber ganz gut auf aus-den-Augen-aus-dem-Sinn.
Bei der Hermann Hesse Sammleredition kämpfe ich noch mit mir, aber jetzt wo ich es hier aufschreibe, merke ich schon, dass ich diese Sammlerbox doch auflösen, und nur wenige, die mir wirklich was bedeuten, behalten möchte.
Meine Vintage Collection habe ich noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen und am Ende nur die Exemplare behalten, bei denen wirklich alles stimmte - bei der Geschichte geht mein Herz auf, bei den Illustrationen und dem Einband meine Augen über und der Zustand ist sehr gut. Ein Merkmal allein reicht nicht.
Mit den Craftbooks kämpfe ich noch. Denn so zum Schauen sind sie wirklich toll und auch wenn ich daraus vielleicht nichts nacharbeiten werde, inspirieren sie mich oft zu ganz eigenen Werken. Hier besteht mengenmäßig immer noch Verbesserungsbedarf.
Und meine alten Kinderbücher? Die habe ich alle noch einmal gelesen. Dabei habe ich erstaunlicherweise festgestellt, dass ich bei dem ein oder anderen die emotionale Connection beim Lesen gar nicht mehr hatte. Das war teilweise irgendwie nur theoretische Nostalgie. Ein paar wenige, bei denen ich dann tatsächlich Pipi in die Augen bekommen habe, dürfen mich weiterhin begleiten.
Gefunden habe ich allerdings noch eine ganze Menge Bücher, die ich bei Erscheinungsdatum unbedingt lesen wollte und es bis heute nicht geschafft habe.
Über die werde ich jeweils entscheiden, wenn ich es gelesen habe.
Zuletzt musste ich mir dann natürlich Gedanken machen, wohin mit all dem, was die Kriterien nicht erfüllt.
Bücher, die in einem Zustand waren, in dem ich sie keinem anderen mehr zugemutet hätte:
Ab in die Papiertonne! Schöne Seiten können noch als Bastelmaterial dienen, aber da ist Vorsicht geboten, um nicht das Problem zu verlagern.
Bücher, die in gelesenem, aber gutem Zustand waren, habe ich im örtlichen Oxfam, im Bücherladen des BRK oder im Umsonstladen abgegeben, Kinderbücher für bedürftige Kinder gespendet.
Ein paar Exemplare habe ich über Büchertauschregale und Bookcrossers.de in die Freiheit entlassen.
Die absoluten Sahneschnittchen wie zum Beispiel Klassiker nahe dem Neuzustand habe ich über das "schwarze Brett" auf der Arbeit und über ein Online-Verkaufsportal verkauft. Was allerdings nicht sofort im ersten Anlauf wegging, habe ich dann auch zu Oxfam & Co. getragen, da ein monetärer Erlös bei der ganzen Sache für mich wirklich an allerletzter Stelle stand.
Mein ebenso buchverrücktes Hummelchen ist ihre eigene Buchsammlung mit denselben drei Fragen durchgegangen und hat so erstaunlich viel erstaunlich leicht aussortiert.
Ihre Bücher habe ich nach dem gleichen Prinzip verteilt; ihre Sahneschnittchen verkauft sie auf dem nächsten Bücherflohmarkt an ihrer Schule oder in der Gemeinde.
Was uns beiden bleibt, ist eine kleine, gut kuratierte Sammlung. Beide hatten wir Bücher in der Hand, die wir schon vergessen hatten und beide haben wir wieder richtig Lust bekommen, aus vorhandenem zu schöpfen und geliebte Bücher noch einmal zu lesen.
Bist Du auch ein Booknerd?
Wie sieht Deine Sammlung aus?
XO
Mittwoch, 7. Januar 2015
Minimalistisch wohnen
Minimalismus ist dir sicherlich schon ein Begriff.
Vielleicht denkst Du dabei an kubische Architektur aus Glas, Stahl und Beton, vielleicht an große helle Räume, weiße Wände und schlichte Möbel. Oder an reduziertes, funktionales Design.
Vielleicht denkst Du auch an Menschen, die akribisch ihr Hab und Gut zählen und versuchen diese Zahl immer wieder zu unterbieten. Oder an Menschen, die ihren gesamten Besitz in einem Rucksack mit sich herumtragen können?
War der Begriff Minimalismus ursprünglich als rein ästhetisches Konzept erdacht, übersetzen ihn immer mehr Menschen weltweit als Lebensstil der Einfachheit, als Gegenentwurf zu einer Konsumorientierten Gesellschaft.
Allen Schattierungen dieses minimalistischen Lebensstils liegt immer die Frage nach der Notwendigkeit, der Sinnhaftigkeit zugrunde.
Wie Du diese Frage für Dich persönlich beantwortest und auf welche Lebensbereiche Du sie anwenden möchtest, steht Dir dabei frei.
Nur 100 Dinge besitzen?
Nur 33 Kleidungsstücke?
Nur einen Rucksack voll?
Oder doch ganz anders?
Hier soll es jetzt erstmal um Wohnraum gehen.
Ich also, die ich schon immer von diesen leeren, weißen Räumen träumte, stand plötzlich in diesen ziemlich vollgequetschten 59 Quadratmetern. Eine ganze Weile dachte ich auch über einen Umzug in eine größere Wohnung nach, bis ich endlich begriffen hatte, dass meine nicht zu klein war, sondern der Inhalt zuviel. Also habe ich angefangen auszusortieren, zu entrümpeln. Das war wirklich mühsam (so ohne den Müllcontainer unterm Fenster, den ich schon mal erwähnt habe) und hat viele, viele Monate gedauert. Regelmäßige Nervenzusammenbrüche ob der schier endlosen Aufgabe inklusive. Es wurde weniger, aber es war immer noch zuviel. Während ich mich also intensiv damit beschäftigte, was ich alles nicht mehr brauchte, machte ich mir auch immer mehr Gedanken darüber, was ich eigentlich brauchte. Und drehte meine Taktik kurzerhand um:
Wozu nutze ich meine Wohnung?
Welcher Raum soll welche Funktion erfüllen?
Welche Möbel und wie viele brauche ich, um diese Funktion zu erfüllen?
Und so wurde zum Beispiel aus dem kaum genutzten Wohnzimmer ein von Freunden gerne frequentiertes Esszimmer. (Ein Hoch auf Dinnerparties!) Neben dem großen Tisch war in diesem kleinen Raum nicht mehr viel Platz für weitere Möbel. Es musste also eine Stauraumlösung her, die sich zurück nimmt und möglichst wenig Platz weg. Als die stand, habe ich mir dann nur so viel Kram erlaubt, wie da hinein passte. Mit diesem genau abgegrenzten Rahmen fiel es mir viel leichter mich von Geschirr, Brettspielen, Büchern und Sonstigem zu trennen, als vorher immer nur mit dem vagen Ziel, es solle einfach irgendwie weniger werden, vor mich hin zu sortieren.
Genauso bin ich dann in den anderen Zimmern vorgegangen:
In der Küche, die wirklich sehr klein ist, wusste ich, ich will nur eine kompakte Küchenzeile, in der alle Geräte und Stauraum untergebracht sind. Und möglichst nicht alles mit wuchtigen Hängeschränken bis unter die Decke zugepflastert. Alles, was nicht in diese 2,40 m passte, musste also gehen.
Das winzige Badezimmer sollte leer bleiben. Also musste alles, was nicht in den winzigen Unterschrank des winzigen Waschbeckens passt, gehen.
Praktisch bin ich es so angegangen, dass ich jedes Zimmer einzeln ausgeräumt habe und nach Renovierung und Möblierung nach und nach in kleinen Häppchen entschieden habe, was wieder einziehen darf. Jeder Raum ein kleiner Neuanfang.
Mit dieser Herangehensweise habe ich im letzten Jahr mehr erreicht als in den drei Jahren davor und meinen Besitz auf ungefähr ein Drittel reduziert. Je mehr ich weg gegeben habe, desto leichter ist es mir gefallen.
Zugegebenermaßen habe ich einen nicht geringen Anteil der Möbel neu gekauft, aber es sind jetzt weniger und alle sind genau auf ihre Funktion und unsere Raumverhältnisse zugeschnitten. Und zum ersten Mal seit 15 Jahren habe ich nicht mehr dieses ständige Bedürfnis nachts um drei Möbel umzustellen oder Wohnblogs zu durchforsten!
Also keine leeren, weißen Räume?, fragst Du jetzt vielleicht.
Nein. Im Moment bin ich aber auch so zufrieden mit meinem Wohnraum. Er passt zu meinem Leben. Hier und jetzt. Aber Leben ist ein Prozess, Bedürfnisse ändern sich. Diese immer wieder zu hinterfragen und das Drum-Herum dementsprechend anzupassen, ist mir wichtiger als irgendwelchen Stereotypen hinterher zu hecheln, so idealistisch und erstrebenswert sie auch sein mögen!
Und Du, wie wohnst Du?
Was möchtest Du vielleicht an Deinem Wohnraum verändern?
Oder hast Du vielleicht schon Deinen minimalistischen Wohntraum verwirklicht und kannst berichten, welche Taktik Dir geholfen hat ans Ziel zu kommen?
XO
Vielleicht denkst Du dabei an kubische Architektur aus Glas, Stahl und Beton, vielleicht an große helle Räume, weiße Wände und schlichte Möbel. Oder an reduziertes, funktionales Design.
Vielleicht denkst Du auch an Menschen, die akribisch ihr Hab und Gut zählen und versuchen diese Zahl immer wieder zu unterbieten. Oder an Menschen, die ihren gesamten Besitz in einem Rucksack mit sich herumtragen können?
War der Begriff Minimalismus ursprünglich als rein ästhetisches Konzept erdacht, übersetzen ihn immer mehr Menschen weltweit als Lebensstil der Einfachheit, als Gegenentwurf zu einer Konsumorientierten Gesellschaft.
Allen Schattierungen dieses minimalistischen Lebensstils liegt immer die Frage nach der Notwendigkeit, der Sinnhaftigkeit zugrunde.
Wie Du diese Frage für Dich persönlich beantwortest und auf welche Lebensbereiche Du sie anwenden möchtest, steht Dir dabei frei.
Nur 100 Dinge besitzen?
Nur 33 Kleidungsstücke?
Nur einen Rucksack voll?
Oder doch ganz anders?
Hier soll es jetzt erstmal um Wohnraum gehen.
Ich also, die ich schon immer von diesen leeren, weißen Räumen träumte, stand plötzlich in diesen ziemlich vollgequetschten 59 Quadratmetern. Eine ganze Weile dachte ich auch über einen Umzug in eine größere Wohnung nach, bis ich endlich begriffen hatte, dass meine nicht zu klein war, sondern der Inhalt zuviel. Also habe ich angefangen auszusortieren, zu entrümpeln. Das war wirklich mühsam (so ohne den Müllcontainer unterm Fenster, den ich schon mal erwähnt habe) und hat viele, viele Monate gedauert. Regelmäßige Nervenzusammenbrüche ob der schier endlosen Aufgabe inklusive. Es wurde weniger, aber es war immer noch zuviel. Während ich mich also intensiv damit beschäftigte, was ich alles nicht mehr brauchte, machte ich mir auch immer mehr Gedanken darüber, was ich eigentlich brauchte. Und drehte meine Taktik kurzerhand um:
Wozu nutze ich meine Wohnung?
Welcher Raum soll welche Funktion erfüllen?
Welche Möbel und wie viele brauche ich, um diese Funktion zu erfüllen?
Und so wurde zum Beispiel aus dem kaum genutzten Wohnzimmer ein von Freunden gerne frequentiertes Esszimmer. (Ein Hoch auf Dinnerparties!) Neben dem großen Tisch war in diesem kleinen Raum nicht mehr viel Platz für weitere Möbel. Es musste also eine Stauraumlösung her, die sich zurück nimmt und möglichst wenig Platz weg. Als die stand, habe ich mir dann nur so viel Kram erlaubt, wie da hinein passte. Mit diesem genau abgegrenzten Rahmen fiel es mir viel leichter mich von Geschirr, Brettspielen, Büchern und Sonstigem zu trennen, als vorher immer nur mit dem vagen Ziel, es solle einfach irgendwie weniger werden, vor mich hin zu sortieren.
Genauso bin ich dann in den anderen Zimmern vorgegangen:
In der Küche, die wirklich sehr klein ist, wusste ich, ich will nur eine kompakte Küchenzeile, in der alle Geräte und Stauraum untergebracht sind. Und möglichst nicht alles mit wuchtigen Hängeschränken bis unter die Decke zugepflastert. Alles, was nicht in diese 2,40 m passte, musste also gehen.
Das winzige Badezimmer sollte leer bleiben. Also musste alles, was nicht in den winzigen Unterschrank des winzigen Waschbeckens passt, gehen.
Praktisch bin ich es so angegangen, dass ich jedes Zimmer einzeln ausgeräumt habe und nach Renovierung und Möblierung nach und nach in kleinen Häppchen entschieden habe, was wieder einziehen darf. Jeder Raum ein kleiner Neuanfang.
Mit dieser Herangehensweise habe ich im letzten Jahr mehr erreicht als in den drei Jahren davor und meinen Besitz auf ungefähr ein Drittel reduziert. Je mehr ich weg gegeben habe, desto leichter ist es mir gefallen.
Zugegebenermaßen habe ich einen nicht geringen Anteil der Möbel neu gekauft, aber es sind jetzt weniger und alle sind genau auf ihre Funktion und unsere Raumverhältnisse zugeschnitten. Und zum ersten Mal seit 15 Jahren habe ich nicht mehr dieses ständige Bedürfnis nachts um drei Möbel umzustellen oder Wohnblogs zu durchforsten!
Also keine leeren, weißen Räume?, fragst Du jetzt vielleicht.
Nein. Im Moment bin ich aber auch so zufrieden mit meinem Wohnraum. Er passt zu meinem Leben. Hier und jetzt. Aber Leben ist ein Prozess, Bedürfnisse ändern sich. Diese immer wieder zu hinterfragen und das Drum-Herum dementsprechend anzupassen, ist mir wichtiger als irgendwelchen Stereotypen hinterher zu hecheln, so idealistisch und erstrebenswert sie auch sein mögen!
Und Du, wie wohnst Du?
Was möchtest Du vielleicht an Deinem Wohnraum verändern?
Oder hast Du vielleicht schon Deinen minimalistischen Wohntraum verwirklicht und kannst berichten, welche Taktik Dir geholfen hat ans Ziel zu kommen?
XO
Samstag, 3. Januar 2015
Weniger Besitz
Aloha! Schön, dass Du auch wieder da bist.
Gut, die Sache mit dem Konsum wäre also geregelt. Ich kaufe nicht mehr.
Aber wie ist der Status Quo?
(Pass auf, jetzt werde ich wieder ganz furchtbar weit ausholen)
Kennst Du das auch, wenn der Kleiderschrank voll ist, und Du trotzdem das Gefühl hast, Du hast nichts! anzuziehen? Wenn Du in dieser einen Schublade, den ganzen Inhalt sachte mit der Hand runterdrücken musst und aufpassen musst, dass Du dir die Finger nicht einklemmst, wenn Du sie schließt? Kennst Du dass, wenn dir aus dem obersten Hängeschrank der ganze Kram entgegenkommt, wenn Du versuchst, dieses eine Teil aus dem kunstvollen Stapelkonstrukt zu befreien? Kennst Du das, wenn Du gefühlt Dein ganzes Wochenende mit Putzen verbringst? Wenn Du viel zu lange da stehen musst und all diese putzigen kleinen Niedlichkeiten abstauben musst? Wenn Du die ordentlich gebauten Stapel nur von einer Seite zur anderen umschichtest Kennst Du das, wenn Du den Katalog vom Möbelschweden nach raffinierten Staumöglichkeiten durchforstest? Oder die Immobilienannoncen nach einer größeren Wohnung?
Kennst Du dass, wenn Du Dir plötzlich ganz dringend einen großen Müllcontainer unter Dein Fenster wünschst, in den Du alles, aber auch alles hineinschmeißen könntest, damit das endlich ein Ende hat? Oder wenn Du am liebsten schnell ein paar Notwendigkeiten in einen Rucksack packen möchtest und ein paar Wochen ganz weit weg laufen möchtest, nur aus dem Rucksack lebend? Damit Du wieder atmen kannst?
Gut, letzteres mag ein bisschen drastisch sein und sich vielleicht wirklich nicht in Deinem Kopf abspielen - in meinen aber sah es in den letzten Jahren mehr als einmal so aus.
Und immer wieder die Frage: Wie bin ich hier hin gekommen? Oder eher noch: Wie sind alle diese Dinge nur hierhin gekommen???
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich schon als Kind ziemlich minimalistisch geträumt habe: Meine persönliche Zukunftsvision war ein Schlafzimmer, in dem nur ein Bett steht. Und sonst nichts.
Als ich vor fast 15 Jahren in mein Hummelnest eingezogen bin, kam ich gerade mit zwei Koffern aus den USA zurück. Ein Koffer Kleider, ein Koffer Bücher und Fotos. Und dann hatte ich noch diese Matratze auf dem blanken Boden. Und so ging das eine Weile eigentlich ganz gut. Aber man braucht ja Möbel!Und Gardinen! Und ...
Und auch wenn ich damals schon eher konsumkritisch war und nie wirklich sehr viel Geld verdient habe, das ich hätte in Besitztümer wandeln können, hat spätestens mit der Ankunft des Hummelchen dann der Nestbautrieb eingesetzt. Das Kind muss doch ein richtiges Zuhause haben!
Irgendwann hab ich mir dann den Container gewünscht. Und die Flucht mit dem Rucksack.
Denn ist es nicht so, dass nicht wir den Kram besitzen, sondern der Kram Besitz von uns ergreift, von unserem Leben? Nicht nur, dass wir immer mehr arbeiten, damit wir uns den ganzen Kram erst in Haus holen können, nein, ist er erstmal da, müssen wir uns auch noch um ihn kümmern! Und am Ende, wenn wir uns doch trennen wollen, müssen wir auch noch sehen, wie wir ihn wieder losbekommen. Im schlimmsten Fall belasten wir am Ende sogar noch unsere Kinder damit, wenn wir sterben und doch nichts davon mitnehmen können.
Übermäßiger materieller Besitz frisst Lebensenergie und Lebenszeit.
Du und ich wissen aber doch, dass gerade die unser wertvollster Besitz sind.
Wie also einen Weg zurück finden?
Ich habe auf meiner Suche verschiedene minimalistische Konzepte (wieder)entdeckt. Manche moderater, manche extremer.
Ganz viel habe ich schon umgesetzt, auf mich und mein Leben zugeschnitten.
Aber ich merke jeden Tag, es gibt noch viel zu tun.
Nichts neues rein, ja.
Gleichzeitig soll aber unbedingt noch einiges raus!
Daran möchte ich in den nächsten zwölf Monaten weiter arbeiten, jeden Tag ein Stück.
Wenn Du jetzt also noch nicht gelangweilt weg geklickt hast, wenn Du sogar eher ein bisschen hellhöriger geworden bist, dann erzähl ich Dir gerne in den nächsten Wochen und Monaten, was ich bisher gemacht habe, was für mich funktioniert hat und wo ich 2015 noch weiter machen will. Vielleicht wäre das ja auch was für Dich? Vielleicht hast Du auch schon Deine eigenen minimalistischen Träume verwirklicht?
Dann erzähl mir doch davon!
XO
Denn ist es nicht so, dass nicht wir den Kram besitzen, sondern der Kram Besitz von uns ergreift, von unserem Leben? Nicht nur, dass wir immer mehr arbeiten, damit wir uns den ganzen Kram erst in Haus holen können, nein, ist er erstmal da, müssen wir uns auch noch um ihn kümmern! Und am Ende, wenn wir uns doch trennen wollen, müssen wir auch noch sehen, wie wir ihn wieder losbekommen. Im schlimmsten Fall belasten wir am Ende sogar noch unsere Kinder damit, wenn wir sterben und doch nichts davon mitnehmen können.
Übermäßiger materieller Besitz frisst Lebensenergie und Lebenszeit.
Du und ich wissen aber doch, dass gerade die unser wertvollster Besitz sind.
Wie also einen Weg zurück finden?
Ich habe auf meiner Suche verschiedene minimalistische Konzepte (wieder)entdeckt. Manche moderater, manche extremer.
Ganz viel habe ich schon umgesetzt, auf mich und mein Leben zugeschnitten.
Aber ich merke jeden Tag, es gibt noch viel zu tun.
Nichts neues rein, ja.
Gleichzeitig soll aber unbedingt noch einiges raus!
Daran möchte ich in den nächsten zwölf Monaten weiter arbeiten, jeden Tag ein Stück.
Wenn Du jetzt also noch nicht gelangweilt weg geklickt hast, wenn Du sogar eher ein bisschen hellhöriger geworden bist, dann erzähl ich Dir gerne in den nächsten Wochen und Monaten, was ich bisher gemacht habe, was für mich funktioniert hat und wo ich 2015 noch weiter machen will. Vielleicht wäre das ja auch was für Dich? Vielleicht hast Du auch schon Deine eigenen minimalistischen Träume verwirklicht?
Dann erzähl mir doch davon!
XO
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