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Dienstag, 6. Januar 2015

Weniger Müll

Aloha, schön, dass Du bis zum letzten Teil meines längsten-Prologs-der-Bloggeschichte durchgehalten hast. Bestimmt hast Du auch schon erkannt, wie eng alle meine Vorsätze miteinander verflochten sind. Jetzt also Müll.

Müllvermeidung beschäftigt mich schon seit meiner Kindheit. Wer wie ich in den 80ern Kind war, erinnert sich sicher noch an die Umwelterziehungsbemühungen in Kindergarten und Grundschule. Plastiktüten waren damals schon total verpönt, mehrfach umpackte Snacks und Süßigkeiten der Teufel und wehe, wehe Du nanntest lackierte Bunt- und Bleistifte, oder gar Filzstifte dein eigen! Ich erinnere mich auch an regelrechte Mülltrennungsorgien.

Unlackierte Stifte, tiefbraunes Recyclingpapier und Bonbons in der Metalldose waren der heiße shit und wenn Du dann noch einen von diesen patronenlosen, auffüllbaren Füllern mit Tintenfass hattest! Verdienstorden!!!

Wir trugen Baumwolle und viel Second-Hand. Wir kauften nur Pfandflaschen. Aus Glas!!! Eis niemals am Stiel oder im Becher, immer in der Waffel in der lokalen Eisdiele! An der Käsetheke hatten wir die Tupperdose stets parat. Wir fuhren Fahrrad. Im Regen mit diesen ganz grauenhaften Regencapes (Zelten!) in Neonfarben. Und Geschenke verpackten wir schon mal in bemaltes Zeitungspapier. Ohne Bändchen und Schleife! Unsere Mütter strickten uns diese unmöglichen Motiv-Pullover und kratzige Mützen, nähten uns quietschrosa Rüschenkleider. Und die mussten wir tragen, bis sie nicht mehr über den Kopf passten, nicht mehr zugingen. Müllberge und saurer Regen, Atomstrom, nein danke und rettet die Wale, und so.

Aber, ich schweife ab... Mag sein, dass ich auch ein bisschen romantisch verkläre.
Doch eins weiß ich ganz genau - Müll und seine Vermeidung waren damals schon ein großes Thema.

Mir ist es heute noch wichtig, oder richtig: wichtiger denn je.
Aber es scheint mir auch schwieriger denn je zu sein, müllarme Alternativen zu finden. Müllfrei - das ist ein fernes Ideal, dass ich wahrscheinlich nicht erreichen werde.

Aber weniger Müll, das kann ich auf jeden Fall.

Und Du?



XO

Montag, 5. Januar 2015

Weniger Stress

Es geht schon am Morgen los bei mir:

Der Wecker - Anpfiff für meinen täglichen Dauerlauf.

Bis ich, mit Hummelchen im Schlepptau (und den ruhig wörtlich nehmen!), aus der Tür komme, haben sich schon mehrere kleine Tragödien abgespielt. Minütlich treibe ich sie und mich an, mache 10 Dinge gleichzeitig, und am Ende wird doch wieder irgendwas (fast) vergessen, panisch gesucht oder die Treppe wieder hochgehetzt. 
Traurigerweise frühstückt sie mittlerweile oft allein und ich stürze mir nur schnell einen Kaffee zwischendrin runter, um den Tag irgendwie zu überleben.
Und dann im Stechschritt zur Strassenbahn, die letzten hundert Meter oft im Sprint. 

Auf der Arbeit sieht es dann oft nicht anders aus. Ich springe von Aufgabe, zu Aufgabe und jedem Kollegen sofort bei, wenn er mich lässt. Dann schnell eine Stulle oder ein Stück Obst zwischendurch, am Bildschirm, wenn der Magen partout nicht aufhören will zu knurren. Manchmal dann auch Stunden und Tage, an denen sich absoluter, unerträglicher  Stillstand breit zu machen scheint. Die innere Unruhe aber bleibt. 

Dann schnell zur Schule sprinten, zum Kieferorthopäden, zum Training, zum Playdate. Noch schnell zum Bäcker, bevor er zu macht! Und überhaupt, was koche ich heute bloß?

Zuhause irgendwie zwischen Haushalt und Papierkram noch das Kind zu Hausaufgaben antreiben, zum Üben, zum Zimmer aufräumen. Und rechtzeitig ins Bett! Sonst ist sie morgen nur noch langsamer!

Ich komme wieder viel zu spät ins Bett, und selbst da dreht sich mein Kopf noch lange um die inneren To-Do-Listen, um den morgigen Tag. Um übermorgen, nächste Woche ... Und die Verabredungen, Verpflichtungen am Wochenende!

Und plötzlich klingelt der Wecker schon wieder und ich laufe los.

Kommt Dir das bekannt vor?

Dabei reden wir doch ständig alle vom Leben im Hier und Jetzt, von der Wichtigkeit der kleinen, stillen Momente, von YOLO und dass jeder Tag der letzte sein könnte.

Du und ich, wir könnten jetzt auf eine ganze Menge schimpfen. Auf die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft, die Arbeitsverdichtung, die unzureichende Kinderbetreuung und was weiß ich noch alles. Wir können (und sollten!) politisch werden und versuchen diese Themen im großen Rahmen zu verändern. 

Aber im Alltag? 
Im Hier und Jetzt?
Da brauche ich persönlich schnelle und individuelle Lösungen.

Deshalb will ich 2015 auch hier genauer hinschauen:
Wieviel Stress mache ich mir eigentlich selbst?
Wie kann ich Stress in Zukunft vermeiden?
Und wie kann ich mit Stress umgehen, der sich nicht vermeiden lässt?

Hier muss ich noch ganz viel lernen.

Welche Stressvermeidungstaktiken hast Du?
Was tust Du um Deine Balance zu halten, wenn es um Dich hoch her geht?



XO

Sonntag, 4. Januar 2015

Weniger Ballast

Aloha! Ich habe Dich also noch nicht ganz abgeschreckt? Das freut mich!
Ich verspreche Dir, heute werde ich mich kurz fassen.

Dass ich dem materiellen Ballast auf den Pelz rücken will, weißt Du jetzt schon.
Aber ich will 2015 auch den seelischen Ballast abschütteln.

Bis hierhin habe ich schon einiges erlebt.
Glückliche Tage, aber auch unglückliche Tage. 
Sehr viele sehr unglückliche Tage.
Ich habe mein Päckchen zu tragen. Genau wie Du.

Ich habe aber keine Lust mehr so schwer zu tragen!
Ich will die Hände frei haben, den Kopf und das Herz.
Frei für den Weg, der noch vor mir liegt.
Zeit loszulassen also.

Den Rest des Weges will ich tanzen!

Komm, wir machen die Musik ein bisschen lauter. Und tanzen. Du und ich. Jetzt!



XO

Samstag, 3. Januar 2015

Weniger Besitz

Aloha! Schön, dass Du auch wieder da bist.

Gut, die Sache mit dem Konsum wäre also geregelt. Ich kaufe nicht mehr.
Aber wie ist der Status Quo?

(Pass auf, jetzt werde ich wieder ganz furchtbar weit ausholen)

Kennst Du das auch, wenn der Kleiderschrank voll ist, und Du trotzdem das Gefühl hast, Du hast nichts! anzuziehen? Wenn Du in dieser einen Schublade, den ganzen Inhalt sachte mit der Hand runterdrücken musst und aufpassen musst, dass Du dir die Finger nicht einklemmst, wenn Du sie schließt? Kennst Du dass, wenn dir aus dem obersten Hängeschrank der ganze Kram entgegenkommt, wenn Du versuchst, dieses eine Teil aus dem kunstvollen Stapelkonstrukt zu befreien? Kennst Du das, wenn Du gefühlt Dein ganzes Wochenende mit Putzen verbringst? Wenn Du viel zu lange da stehen musst und all diese putzigen kleinen Niedlichkeiten abstauben musst? Wenn Du die ordentlich gebauten Stapel nur von einer Seite zur anderen umschichtest  Kennst Du das, wenn Du den Katalog vom Möbelschweden nach raffinierten Staumöglichkeiten durchforstest? Oder die Immobilienannoncen nach einer größeren Wohnung?

Kennst Du dass, wenn Du Dir plötzlich ganz dringend einen großen Müllcontainer unter Dein Fenster wünschst, in den Du alles, aber auch alles hineinschmeißen könntest, damit das endlich ein Ende hat? Oder wenn Du am liebsten schnell ein paar Notwendigkeiten in einen Rucksack packen möchtest und ein paar Wochen ganz weit weg laufen möchtest, nur aus dem Rucksack lebend? Damit Du wieder atmen kannst?

Gut, letzteres mag ein bisschen drastisch sein und sich vielleicht wirklich nicht in Deinem Kopf abspielen - in meinen aber sah es in den letzten Jahren mehr als einmal so aus.

Und immer wieder die Frage: Wie bin ich hier hin gekommen? Oder eher noch: Wie sind alle diese Dinge nur hierhin gekommen??? 

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich schon als Kind ziemlich minimalistisch geträumt habe: Meine persönliche Zukunftsvision war ein Schlafzimmer, in dem nur ein Bett steht. Und sonst nichts.
Als ich vor fast 15 Jahren in mein Hummelnest eingezogen bin, kam ich gerade mit zwei Koffern aus den USA zurück. Ein Koffer Kleider, ein Koffer Bücher und Fotos. Und dann hatte ich noch diese Matratze auf dem blanken Boden. Und so ging das eine Weile eigentlich ganz gut. Aber man braucht ja Möbel!Und Gardinen! Und ...
Und auch wenn ich damals schon eher konsumkritisch war und nie wirklich sehr viel Geld verdient habe, das ich hätte in Besitztümer wandeln können, hat spätestens mit der Ankunft des Hummelchen dann der Nestbautrieb eingesetzt. Das Kind muss doch ein richtiges Zuhause haben!

Irgendwann hab ich mir dann den Container gewünscht. Und die Flucht mit dem Rucksack. 

Denn ist es nicht so, dass nicht wir den Kram besitzen, sondern der Kram Besitz von uns ergreift, von unserem Leben? Nicht nur, dass wir immer mehr arbeiten, damit wir uns den ganzen Kram erst in Haus holen können, nein, ist er erstmal da, müssen wir uns auch noch um ihn kümmern! Und am Ende, wenn wir uns doch trennen wollen, müssen wir auch noch sehen, wie wir ihn wieder losbekommen. Im schlimmsten Fall belasten wir am Ende sogar noch unsere Kinder damit, wenn wir sterben und doch nichts davon mitnehmen können.

Übermäßiger materieller Besitz frisst Lebensenergie und Lebenszeit.
Du und ich wissen aber doch, dass gerade die unser wertvollster Besitz sind.

Wie also einen Weg zurück finden?

Ich habe auf meiner Suche verschiedene minimalistische Konzepte (wieder)entdeckt. Manche moderater, manche extremer.

Ganz viel habe ich schon umgesetzt, auf mich und mein Leben zugeschnitten.
Aber ich merke jeden Tag, es gibt noch viel zu tun.

Nichts neues rein, ja.
Gleichzeitig soll aber unbedingt noch einiges raus!
Daran möchte ich in den nächsten zwölf Monaten weiter arbeiten, jeden Tag ein Stück.

Wenn Du jetzt also noch nicht gelangweilt weg geklickt hast, wenn Du sogar eher ein bisschen hellhöriger geworden bist, dann erzähl ich Dir gerne in den nächsten Wochen und Monaten, was ich bisher gemacht habe, was für mich funktioniert hat und wo ich 2015 noch weiter machen will. Vielleicht wäre das ja auch was für Dich? Vielleicht hast Du auch schon Deine eigenen minimalistischen Träume verwirklicht? 

Dann erzähl mir doch davon!



XO

Freitag, 2. Januar 2015

Weniger Konsum

Dass unser - also mein und Dein - maßloser Konsum verheerende Folgen für Menschen, Tiere, Umwelt und damit auch letztlich wieder für uns hat, das ist Dir natürlich mindestens genauso bekannt wie mir. 

All die grauenvollen Details zu diesem komplexen Thema möchte ich hier nicht in der Tiefe ausbreiten - da gibt es sicherlich auch viel bessere Quellen.

Jedenfalls wissen wir beide, Du und ich, eigentlich ganz gut bescheid.
Aber ist es uns auch bewusst?
Machen wir es uns denn auch bewusst?
Immer?

Auch dann, wenn es nun mal echt ein affengeiler Fummel ist?
Auch dann, wenn der Holländer die Meterware nur so verschleudert?
Auch dann, wenn wir die Kohle locker haben?

Also ich weiß schon eine ganze Weile ziemlich gut bescheid, trage meine guten Vorsätze auch gerne vor mir her, aber das ein oder andere auf den ersten Blick vielleicht raffiniert geschnittene Teil, hat es dann doch immer wieder in meinen Schrank geschafft. Auch vom Textilschweden! Und oft blieb es dort auch ziemlich lange hängen. So ohne Freigang, meine ich.

Und Stoffe. Bist Du auch Nähtante? Weißt Du was ich meine? Stoffe stapeln sich hier, Meter um Meter, Christo könnte den Kölner Dom nur aus meinem Vorrat verhüllen. 

Abstinenz vom Kaufen fiel mir natürlich immer dann viel leichter, wenn ich das Geld sowieso nicht hatte. Da konnte ich auch ziemlich dogmatisch werden.
Aber in wirtschaftlich guten Zeiten? Da war es dann manchmal auch mit meinen Prinzipien ein bisschen weiter her als sonst.

Das ist mir jetzt natürlich auch furchtbar peinlich zuzugeben, aber ich will ehrlich zu Dir sein. Der gute Wille war immer da. Meistens hat der auch gegriffen, aber dann manchmal eben auch nicht. Und wie kann das Thema mir meistens wichtig sein, aber manchmal dann doch nicht so dringend? Manchmal dann eben doch eher egal? 

Ich kann mir die Rosinen nicht raus picken. Mein Handeln hat immer Konsequenzen, nicht nur manchmal. Und in den meisten Fällen - wie beim affengeilen Fummel oder dem x-ten Meter Stoff - da trage ich die Konsequenzen doch am allerwenigsten. Da tragen sie andere. Und sie tragen daran furchtbar schwer. 

Gut. Wir wissen also eigentlich alle ganz gut bescheid. Und kaufen dann trotzdem. Warum?

Oft denke ich, da ist irgendwie so ein Teil, der fehlt in uns, ein Leerraum aus verpassten Gelegenheiten, unerfüllten Träumen und Vorstellungen von uns selbst. Der muss gefüllt werden in uns, damit wir ein wirklich Ganzes werden.
Und wird uns nicht immer suggeriert, dass Kaufen glücklich macht?
Dass wir uns was gönnen, wenn wir kaufen? (oder unseren Kindern!)
Und dass wir uns das verdient haben?

Wenn das dann jemand so geschwollen formuliert, wie ich eben gerade, dann wissen wir eigentlich gleich, dass das ein großer Denkfehler ist, nicht?

Du und ich wissen, dass das Loch in uns nicht von außen zu geht, sondern nur von innen, durch uns selbst.
Wir wissen, dass der affengeile Fummel, der schöne neue Stoff, nicht das große Glück sind.
Wir wissen, dass wir uns (und unseren Kinder!!!) mit immateriellen Werten viel besser die Seele streicheln können.
Und Du und ich wissen auch: wir haben was viel besseres verdient. Und der Rest dieser wunderbaren Erde auch.

Puuh.

Wenn Du jetzt wirklich bis hierhin durchgehalten hast, wirst Du mich daran erinnern wollen, dass ich doch einen Plan hatte und irgendwas anfangen wollte. 

Ja, genau, ich will!


Mein Herz schreit natürlich sofort: Ich kauf nix 2015! Gar nichts. Nada!

Mein Verstand flüstert mir leise zu: Äh, das Kind wird Schuhe brauchen. Bei der bisherigen Wachstumsrate mehr als zwei. Pro Saison. Und Stoff für das Kommunionkleid haste auch noch keinen da. Und ...

Bevor mein Verstand mit seiner langen Liste also den ganzen Spaß verdirbt:


Ich werde 2015 nichts kaufen, was ich nicht wirklich, wirklich, wirklich brauche.


Ich werde selbst machen und dabei aus Vorhandenem schöpfen, Alternativen suchen und Wege finden. Und hier davon berichten.


Die Sachen, die ich tatsächlich kaufe, werde ich hier ebenfalls ganz akribisch dokumentieren. 


Am Ende sehen wir, Du und ich, wie leicht die vielen kleinen Schritte gefallen sind.




XO

Donnerstag, 1. Januar 2015

Der Plan

Du wirst mich jetzt vielleicht dafür belächeln, aber für mich hat der Anfang eines neuen Jahres immer wieder den Zauber eines Neuanfangs, diese ganz besondere Aufbruchsstimmung.

Ganz deutlich spür ich: die Karten sind neu gemischt und alles ist möglich!

Wie möchte ich dieses Jahr (er)leben?

Ich möchte weniger

Konsum
Besitz
Ballast
Stress
Müll.



Ich möchte mehr

Unabhängigkeit
Freiheit
Leichtigkeit
Zeit
Liebe
Gemeinschaft
Nachhaltigkeit.


Lauter große, abgelutschte Worte, nicht?
Und dann auch noch den x-ten Blog darüber schreiben?, wirst Du dich fragen.

Genau das habe ich mich auch gefragt!
Fast hätte ich vor lauter Grübeln und Zweifeln gar nicht angefangen...

Wenn mein Blog nun nicht so stylisch wird, meine Texte nicht so smart? 
Wenn das alles nun überhaupt niemanden interessiert?

Und dann habe ich mich wieder erinnert, was ich eigentlich wollte: anfangen.


Das ist ein Anfang für mich.


Vielleicht treffe ich ja doch ganz zufällig bei genau Dir einen Nerv?
Vielleicht wünscht Du dir ganz ähnliches wie ich?
Vielleicht ist das also auch ein Anfang für Dich?

Am Ende dieses Jahres kann ich dann zurückschauen auf meinen Weg und sehen:
Welche Ziele habe ich erreicht, wo bin ich gestolpert, wo umgekehrt?
Und wer hat mich ein kleines Stück begleitet?

Und nun? Was gibt es jetzt hier?, wirst Du fragen.

Die nächsten zwölf Monate möchte ich hier Gedachtes, Gemachtes und Gelebtes dokumentieren, teilen und ganz super gerne auch von Dir hören und sehen!

Mal sehen, was wir aus dem Jahr machen können ...



XO