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Sonntag, 25. Januar 2015

Minimalismus im Terminkalender

Aloha! Schön, dass Du nach meiner kleinen Pause wieder mit dabei bist.

Wie sieht es in Deinem Terminkalender aus?
Ist die kommende Woche schon verplant?
Oder vielleicht sogar schon der kommende Monat?
Und ich spreche jetzt nicht von Arbeit, ich meine ganz privat, in der Freizeit.

Das Paradoxon liegt ja schon im Wort selbst - Freizeit.
Aber wie viel Zeit davon ist wirklich frei?

Die letzten Jahre sah es bei mir leider oft so aus:
Ich trug nur für meine privaten Termine ein dickes Kalenderbuch mit mir herum, in das ich ständig neue Verpflichtungen und To-Do-Listen notierte, das ich morgens beim Frühstück und abends beim Abendessen studierte, um ja nichts zu vergessen.
Ich war eigentlich nur noch im Preußischen Stechschritt unterwegs, immer mit nervösem Blick auf die Uhr und doch irgendwie immer zu spät dran. Der Tag war stets auf die Minute durch taktiert und trotzdem waren 24 Stunden nie genug.
Wenn Freunde, meine oder Hummelchens, etwas unternehmen wollten, musste ich erst meinen Kalender zücken und viel zu oft war meine Antwort: Diesen Monat schaffen wir es nicht mehr. 
(Ja, ich hab sogar das eine oder andere Mal Verabredungen um ein viertel Jahr aufgeschoben!)
Spontane Verabredungen? So gut wie unmöglich! Und wenn, dann meistens als kurzes Intermezzo zwischen anderen Verpflichtungen. 

Freizeitstress vom Allerfeinsten.

Womit genau habe ich diese Zeit eigentlich verbracht?
Ich muss gestehen, dass ich das nicht mal mehr genau sagen kann.
Von Tanzstunden und - aufführungen, Chorproben und -auftritten, Sprachkurs, über Elternabende zu allen möglichen Themen, Elternsprechstunden, Schulfeste, Kindergburtstage, Ehrenamt bis hin zu all den wunderbaren kulturellen Angeboten für Groß und Klein, die Nürnberg Tag für Tag zu bieten hat, war alles dabei.

Aber ich erinnere mich leider mehr an den Stress, an die ewige Hetze, als an die tatsächlichen Erlebnisse. Oft saß ich in einer Veranstaltung, und linste schon auf die Uhr, abflugbereit zum nächsten Termin, oder unaufmerksam, weil meine Aufnahmefähigkeit eigentlich schon überschritten war. (Ganz zu schweigen von den meisten Elternabenden, bei denen es weniger um nützliche Information als um sehen und gesehen werden und die ewige Konkurrenz unter den Müttern ging ... ) Und dazwischen Arzttermine und der ganz normale, alltägliche Wahnsinn.

Nicht nur ich, sondern auch Hummelchen, war irgendwann nur noch gestresst. All die endlosen Möglichkeiten fühlten sich nur noch nach Pflicht an - und davon hatten wir beide in Beruf und Schule eigentlich schon genug.

Mit Beginn des aktuellen Schuljahres habe ich uns unsere Tage Stück für Stück wieder freigeschaufelt. Wir haben zusammen genau hingeschaut und gemeinsam entschieden, welche Aktivitäten uns wirklich wichtig sind. Der Rest - musste gehen. Genauso wie der dicke Terminkalender.

Beigetragen zu dieser Entzerrung hat sicher auch, dass ich meine Arbeitszeit reduziert habe. Aber ich schaue trotzdem um so mehr hin, wie ich mit meiner Freizeit umgehe: Termine versuche ich heute so zu legen, dass wir möglichst jeweils nur noch eine Verpflichtung pro Woche haben. Habe ich mir prima auch ohne dicken Kalender im Blick!
Ich engagiere mich immer noch gern und packe mit an, aber ich muss nicht mehr überall mitmischen. Auch auf Elternabende gehe ich nur noch, wenn ich es als wichtig erachte. Das mag gerade im schulischen Umfeld nicht zu meiner Beliebtheit beitragen, aber meinem Seelenfrieden schadet das nicht. Ist sogar eher förderlich.
Hummelchen habe ich auf ihren Wunsch von allen Kursen abgemeldet. Darüber war ich anfangs im Zwiespalt, aber nach ein paar Monaten sehe ich jetzt, dass es die richtige Entscheidung war. An anderer Stelle werde ich Dir noch ausführlicher erzählen warum.
Und all die tollen Theaterstücke, Konzerte, Lesungen, Workshops, Ausstellungen, Führungen (...), die Nürnberg zu bieten hat? Die besuchen wir natürlich immer noch gern! Spontaner. Bewusster. Wir können solche Termine jetzt aber auch getrost mal verpassen. Denn es gibt ja doch immer wieder etwas Neues! 

Und, was macht ihr jetzt mit all der freien Zeit? Auf der Couch liegen? Fernsehen?, wirst Du jetzt vielleicht denken.

Ja, wir liegen manchmal auch einfach nur auf der Couch. Kuscheln. Manchmal gucken wir auch eine DVD. Oder wir lesen, erzählen Geschichten. Wir haben endlich wieder Zeit zu spielen, albern zu sein. Mit Freunden zusammen zu sein, spontan. Oder mal ganz für uns allein. Lange Spaziergänge zu machen, ohne konkretes Ziel, ohne Zeitdruck.
Vor allen Dingen haben wir aber wieder Zeit zu reden. Und zuzuhören. Den anderen wieder bewusst wahrzunehmen. Und uns selbst.

Auch wenn sich das für Dich jetzt alles sehr gemächlich anhört, könnte man schon sagen: 
wir nutzen unsere Freizeit wieder aktiv, statt sie nur zu konsumieren. Wir nutzen sie bewusster, entscheiden jeden Tag neu, wie. Und ist das nicht genau das - Freizeit?

Bist Du im Freizeitstress oder eher Couchpotato?
Wie möchtest Du Deine Freizeit 2015 gestalten?



XO

Sonntag, 18. Januar 2015

Putzteufel

Putzen. Nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung.
Es soll ja Menschen geben, die tatsächlich Spaß am Putzen haben. Die mit Freuden Fenster putzen und Böden wischen. Oder die beim Staubwischen entspannen können.
Versteh mich nicht falsch - ich mag auch eine gewisse Grundsauberkeit.
Aber ich habe mich schon immer gefragt, wo ich bitte die Zeit und Geduld hernehmen soll, um meine vier Wände in einen dieser blitzenden Wohnträume zu verwandeln, die mir aus Werbespots und Hochglanzmagazinen ihren Perfektionismus entgegenlächeln. Woche für Woche habe ich jeden Samstag gegen die Spuren unseres Alltags angeputzt. Und konnte dieses Ideal trotzdem nie erreichen. Ich hatte nie das Gefühl unser Heim wäre auch nur annähernd präsentabel genug. Schon gar nicht, wenn sich Freunde die Unerhörtheit erlaubten spontan und unangekündigt hereinzuschneien. Die Scham über die ungenutzten Fenster oder die Staubflusen unterm Sofa haben mir die Freude am Besuch vermiest. Und jeden Samstag habe ich wieder dagegen angeputzt. Stundenlang. 

Eine ganze Menge Überraschungsbesuche meinerseits später und ich hab endlich kapiert:

Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Und wo gelebt wird, da liegen auch mal Krümel unterm Tisch.

Meine Freunde scheinen das schon vor mir begriffen zu haben, denn sie sind immer gerne gekommen, haben mir immer wieder versichert, wie wohl sie sich bei uns zuhause fühlen und sie haben mir auch immer ihre Türen geöffnet, egal wie drunter und drüber es gerade bei ihnen ging. Das wollte ich doch auch. Ich wollte immer ein offenes Herz und eine offene Tür für meine Freunde haben.

Mein neues minimalistischeres Wohnkonzept hat mir dabei schon mal weitergeholfen.
Wenn ich weniger Dinge besitze und alle ihren festen Platz haben, nimmt es weniger Zeit in Anspruch eine gewisse Grundordnung herzustellen. 
Wenn weniger rumsteht und mehr Flächen frei bleiben, kann ich mit weniger Aufwand überall drüberwischen.

Außerdem habe ich mich vom so urdeutschen samstäglichen Putztag verabschiedet: ich nehme mir jetzt lieber jeden Abend eine viertel oder halbe Stunde Zeit, um einen Bereich zu putzen, statt alles geballt am Samstag zu erledigen. So eine kurze Zeitspanne kann ich mir eigentlich immer freihalten und mein Samstag gehört endlich wieder zum Wochenende.

Hummelchen konditioniere ich da mittlerweile auch schon: Ich übertrage ihr im Alltag kleinere Aufgaben. So kann ich sie meistens ganz gut bei der Stange halten während sie mir früher in meinem samstäglichen Putzwahn eher mal in die Quere kam oder schnell die Lust am Mithelfen verlor.

Das wichtigste aber bleibt, sich selbst das Unperfektsein zu erlauben. Unsere Zuhause ist kein Wohnstudio. Wir leben hier. Die Krümel unterm Tisch und die Staubflusen unterm Sofa können im Zweifelsfall auch mal warten. Das Leben nicht.

Wie hältst Du den Putzteufel im Zaum?



XO

Donnerstag, 15. Januar 2015

Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten?

Aloha! Schön, dass Du wieder vorbeischaust.
Bist Du ausgelaugt von einem langen Arbeitstag?

Wenn man sich vor Augen hält, wie viel Zeit seines Lebens man auf der Arbeit verbringt, ist das schon manchmal erschreckend. Vor allem, wenn man mit seinem Job nicht wirklich glücklich ist und das Privatleben immer zu kurz zu kommen scheint.
Als ich mit 20 gerade ins Berufsleben gestartet bin, hätte ich mir im Leben nicht träumen lassen, dass ich keine 10 Jahre später an einen Punkt komme, wo ich mich am Morgen schon auf den Feierabend freue, ab Dienstag schon auf das Wochenende und montags regelmäßig den Tag verfluche. Schließlich hatte ich das Glück in meinem Traumberuf gelandet zu sein! Yay! The world is my oyster!
Als ich im ersten Lehrjahr schon wochenlang 24/7 und oft 12 - 14 Stunden Tage gearbeitet habe und dabei keine 300€ verdiente, habe ich das einfach so hingenommen. Schließlich hatte ich gelernt, dass Lehrjahre nun mal keine Herrenjahre sind.
Das zog sich dann aber immer weiter so durch. Dazu kam, dass ich sogar ganz passabel war, in dem was ich tat - die Lorbeeren aber strich der Chef ein. Und brachte es nicht einmal fertig, wenigstens ein gutes Haar an mir zu lassen. An Lob war sowieso nicht zu denken. Schön dumm, wirst Du jetzt sagen, aber weißt Du, ich wollte es einfach so sehr. Es war mein Traum. Ich dachte, wenn ich mich gut anstelle, dann wird das irgendwann jemand erkennen und ich schaffe es einfach. Ich mache was draus. Es liegt ja noch alles vor mir!
Ein abgebrochenes Studium, viele, viele befristete Kurzzeitverträge und der zaghafte Versuch einer Selbstständigkeit später - Burnout. Mit Ende 20. 
Finanziell war ich auch wieder bei Null, obwohl ich zeitweise wirklich ganz gut verdient habe. 
Mein Traumberuf war nur noch Albtraum.
The world is my oyster?
Für mich fühlte es sich eher nach Endstation an. 
Aber Jammern nutzt ja nichts. Also habe ich mit Ende 20 noch mal neu angefangen, noch mal die Schulbank gedrückt, eine Ausbildung gemacht, bin einen ganz anderen Weg gegangen als vorher. Ein Kompromiss.
Mit dem Ergebnis, dass ich wieder zuviel arbeitete, schlecht bezahlt wurde und jemand anderes die Anerkennung für meine Leistung einstrich.

Und dabei rinnt die Zeit immer schneller durch meine Finger, Zeit, die ich mit meinem Hummelchen vergingen könnte, Zeit, in der ich die Dinge tun könnte, die ich liebe. Und vielleicht sogar Dinge, von denen nicht nur mein Arbeitgeber, profitiert und sich eine Nase dran verdient.

Wozu das alles? Natürlich für Geld. Geld, mit dem ich mir den kleinbürgerlichen Traum kaufen kann. Ein Reihenhaus mit Vorgarten? Dass ich dann vollstopfe mit Kram, den ich nicht brauche? Ein Auto, mit dem ich ständig irgendwo im Verkehr stecke, noch mehr Zeit verschwende und mich nur noch mehr ärgere? Den jährlichen Flug, das Hotel, an einem Ort, wo ich nur Menschen begegne, von denen ich zuhause eigentlich weg wollte?

Und es ist nie genug, das liebe Geld. Selbst nach einer Lohnerhöhung dauert es nicht lang und wieder ist am Ende des Geldes noch Monat übrig. Denn wenn man mehr verdient, muss man doch auch mehr kaufen. Weil man es sich leisten kann. Und man muss sich ja auch unbedingt was gönnen. Als Belohnung für die ganze Arbeit und den Stress und so.

Ich renne also jeden Tag in die Arbeit, um Geld zu verdienen, das ich dann für Kram ausgebe, den ich nicht brauche und von dem ich auch nichts habe, denn ich bin ja den ganzen Tag auf der Arbeit! Die freie Zeit, die ich habe, trauere ich dann meinen verlorenen Träumen hinterher. Für die vor lauter Arbeiten keine Zeit blieb.

Findest Du das nicht auch idiotisch?

Idiotisch ist vor allem, das nicht zu ändern. Sich einfach zu ergeben, sich einfach in diesem Strom treiben zu lassen. 

Und da schließt sich für mich wieder der Kreis:
Wenn ich weniger kaufe, kostet das weniger.
Wenn ich weniger besitze, komme ich mit kleinerem Wohnraum aus - kostet auch weniger.
Wenn das alles weniger kostet, brauche ich weniger Geld.
Wenn ich weniger Geld brauche, muss ich weniger arbeiten.
Wenn ich weniger arbeite, habe ich mehr Zeit.
Wenn ich mehr Zeit habe, kann ich mehr von dem tun, was ich liebe.
Wenn ich mehr tue, was ich liebe, bin ich weniger gestresst.
Wenn ich weniger gestresst bin, trauere ich meinen verlorenen Träumen weniger nach.
Dann habe ich Zeit und Lust und Energie neue Träume zu träumen!
Dann kann ich mir neue Ziele stecken, statt nur dem Feierabend, dem Wochenende, dem nächsten Urlaub entgegenzufiebern. Oder der Rente. Mit Anfang 30. 

Weniger arbeite ich dank geändertem Konsumverhalten und optimiertem Wohnraum schon.
Stundenmäßig fast einen kompletten Arbeitstag!
Ich habe mehr Zeit, mehr Energie und sehr viel mehr Nerven - für mich, für Hummelchen, für Freundschaften. Und erstaunlicherweise trotzdem mehr Geld am Ende des Monats, statt andersrum. 
Meinem verlorenen Traumjob trauere ich nicht mehr nach. Weil ich insgesamt zufriedener bin, ausgeglichener. Und weil ich neue Träume träume, Pläne schmiede. 
Ich fühl mich, als stünde mir die Welt wieder einen Spalt offen. Ich muss nur die Tür aufstoßen. Und durchgehen.
The world is my oyster.

Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wie schaffst Du die Balance zwischen Deinem Arbeitsalltag und Deinem Privatleben?



XO

Samstag, 10. Januar 2015

Biedermeier!

Aloha! Schön, dass Du auch wieder da bist!

Erinnerst Du dich noch an die Sonntage Deiner Kindheit?

Ich fand Sonntage als Kind ja immer furchtbar öde. Alles war geschlossen und kein Mensch auf der Straße. Draußen spielen oder Freunde besuchen war tabu. Und zuhause sollten wir vor allem eins: leise sein. Die ganze Welt schien still zu stehen und dieser langweilige Tag wollte einfach nicht vorbei gehen.

Solche Sonntage habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Irgendwie hat sich die Hektik der Woche auch auf den Sonntag ausgedehnt, von Stille keine Spur. Ich wasche und putze und kämpfe mich durch Papierkram. Kein Wunder, dass es mich regelmäßig vor dem Montagmorgen graut! Denn mir fehlt ein Tag, ein Ruhetag!

Was hat das alles mit Biedermeier zu tun?, wirst Du jetzt wissen wollen.

Zufällig habe ich gerade einen Artikel über die Biedermeier-Epoche gelesen. Darüber wie sich die Leute in ihre Familie, in ihre eigenen vier Wände zurückzogen, sich Handarbeiten widmeten, in ausgedehnten Spaziergängen schwelgten und Kaffeekränzchen zelebrierten. Sogar das Wort "Gemütlichkeit" soll seinen Ursprung im Biedermeier haben!

Und wenn ich mir das so überlege, sind das die besten Zutaten für einen Sonntag.
Sich auf die Couch lümmeln, lesen, ein bisschen nähen vielleicht. Dann ohne Ziel und Zeitdruck durch die Parks oder den Wald streifen, Gedanken fliegen lassen.
Eine schöne heiße Tasse Tee. Gemütlichkeit. Einatmen. Ausatmen.

Dann kann ich vielleicht auch wieder gelassener in die Woche starten.
Deshalb erkläre ich den Sonntag also ab jetzt zu meinem persönlichen Biedermeier-Tag.
Reserviert für Carl-Spitzweg-Idylle. Der normale Wahnsinn muss bis Montag warten.

Welches Motto passt zu Deinen Sonntagen?



XO

Freitag, 9. Januar 2015

Kistenweise Glück

Bei mir ist jetzt jeder Donnerstag ein bisschen wie Weihnachten.
Ich komme nach Hause und vor meiner Wohnungstür steht eine freudig erwartete Überraschung:

Die "Ökokiste".

Mein Obst und Gemüse mag ich gern regional, unverpackt und am liebsten in Bioqualität. Diese Wünsche waren aber nicht immer leicht miteinander vereinbar: Regionales kommt leider oft im Plastikkleid, selbst Saisonales dann doch von ganz weit her und auch im Bioladen habe ich ersteres und letzteres zu oft angetroffen. Wenn doch mal alle Kriterien gleichzeitig erfüllt werden konnten, war es um die Frische so schlecht bestellt, ich hätte Schuhsohle kauen können und mehr Vitamine (und Geschmack?) abbekommen.
Bei jedem Einkauf habe ich mehr Kompromisse gemacht, als gute Vorsätze eingehalten.

Dank der Ökokiste muss ich an dem Ende kaum noch Kompromisse eingehen - 
die Produkte sind vorzugsweise regional, auf Wunsch aber auch ausschließlich, sie kommen unverpackt bis auf Ausnahmen (empfindliches und kleinteiliges in Papiertüten, Feldsalat in Plastiktüte) sind immer bio und frischer geht es kaum.
Und der dicke, unverhoffte Bonus: ich gehe kaum noch im Laden einkaufen, muss keine schweren Taschen mehr heimtragen. 

Ist die Ökokiste nicht sehr teuer?, wirst Du jetzt vermutlich denken.

Im Gegensatz zum Discounter sind die Preise natürlich erstmal deutlich höher.
Ich habe vorher aber schon überwiegend Bioprodukte eingekauft und gebe durch die Ökokiste nicht mehr Geld aus, eher sogar ein bisschen weniger.
Und doch essen wir jetzt besser und abwechslungsreicher, lernen immer wieder Sorten kennen, die ich im Laden nicht ausgesucht hätte oder die es so gar nicht zu kaufen gibt. 
Unser Plastikmüll hat sich um die Hälfte reduziert und es passiert kaum noch, dass etwas verdirbt und in der Tonne landet, weil ich verlockt vom Angebot im Laden, mehr gekauft habe, als wir eigentlich brauchen. Lästige Einkaufstouren entfallen sowieso.

Den regionalen Anbieter der Ökokiste habe ich ganz einfach über die Google-Suche gefunden. Menge, Zusammenstellung und Lieferzyklus kann ich selbst einfach online festlegen oder ändern. Und neben Obst und Gemüse gibt es noch viele weitere Produkte im Sortiment.

Ich möchte meine Ökokiste nicht mehr missen!

Nutzt Du vielleicht auch schon das Angebot der Ökokiste?
Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht?



XO

Montag, 5. Januar 2015

Weniger Stress

Es geht schon am Morgen los bei mir:

Der Wecker - Anpfiff für meinen täglichen Dauerlauf.

Bis ich, mit Hummelchen im Schlepptau (und den ruhig wörtlich nehmen!), aus der Tür komme, haben sich schon mehrere kleine Tragödien abgespielt. Minütlich treibe ich sie und mich an, mache 10 Dinge gleichzeitig, und am Ende wird doch wieder irgendwas (fast) vergessen, panisch gesucht oder die Treppe wieder hochgehetzt. 
Traurigerweise frühstückt sie mittlerweile oft allein und ich stürze mir nur schnell einen Kaffee zwischendrin runter, um den Tag irgendwie zu überleben.
Und dann im Stechschritt zur Strassenbahn, die letzten hundert Meter oft im Sprint. 

Auf der Arbeit sieht es dann oft nicht anders aus. Ich springe von Aufgabe, zu Aufgabe und jedem Kollegen sofort bei, wenn er mich lässt. Dann schnell eine Stulle oder ein Stück Obst zwischendurch, am Bildschirm, wenn der Magen partout nicht aufhören will zu knurren. Manchmal dann auch Stunden und Tage, an denen sich absoluter, unerträglicher  Stillstand breit zu machen scheint. Die innere Unruhe aber bleibt. 

Dann schnell zur Schule sprinten, zum Kieferorthopäden, zum Training, zum Playdate. Noch schnell zum Bäcker, bevor er zu macht! Und überhaupt, was koche ich heute bloß?

Zuhause irgendwie zwischen Haushalt und Papierkram noch das Kind zu Hausaufgaben antreiben, zum Üben, zum Zimmer aufräumen. Und rechtzeitig ins Bett! Sonst ist sie morgen nur noch langsamer!

Ich komme wieder viel zu spät ins Bett, und selbst da dreht sich mein Kopf noch lange um die inneren To-Do-Listen, um den morgigen Tag. Um übermorgen, nächste Woche ... Und die Verabredungen, Verpflichtungen am Wochenende!

Und plötzlich klingelt der Wecker schon wieder und ich laufe los.

Kommt Dir das bekannt vor?

Dabei reden wir doch ständig alle vom Leben im Hier und Jetzt, von der Wichtigkeit der kleinen, stillen Momente, von YOLO und dass jeder Tag der letzte sein könnte.

Du und ich, wir könnten jetzt auf eine ganze Menge schimpfen. Auf die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft, die Arbeitsverdichtung, die unzureichende Kinderbetreuung und was weiß ich noch alles. Wir können (und sollten!) politisch werden und versuchen diese Themen im großen Rahmen zu verändern. 

Aber im Alltag? 
Im Hier und Jetzt?
Da brauche ich persönlich schnelle und individuelle Lösungen.

Deshalb will ich 2015 auch hier genauer hinschauen:
Wieviel Stress mache ich mir eigentlich selbst?
Wie kann ich Stress in Zukunft vermeiden?
Und wie kann ich mit Stress umgehen, der sich nicht vermeiden lässt?

Hier muss ich noch ganz viel lernen.

Welche Stressvermeidungstaktiken hast Du?
Was tust Du um Deine Balance zu halten, wenn es um Dich hoch her geht?



XO